László F. Földényi,
Im Labyrinth der Rätsel
Über einige Gemälde von Johannes Nawrath,
Rede zur Eröffnung der Ausstellung in der
Kreissparkasse Düsseldorf am 26.5.2002,
aus dem Ungarischen von Hans Skirecki, Privatdruck, Hamburg 2003

23 x 12 cm, 12 Seiten, mit 3 Farbabbildungen, Broschur

Euro 5,– zuzüglich Euro 2,– Porto- und Verpackung
Bestellung unter: jn@johannes-nawrath.de

Zusammen mit den Broschüren
Landschaftsmalerei 1985-2005
Der zweite Blick/Mein erstes Bild
Maler der Wege
Lichtungen
in der Katalogbox zur Ausstellung in Ratzeburg

Euro 20,– zuzüglich Euro 2,– Porto- und Verpackung
Bestellung unter: jn@johannes-nawrath.de

196. »Il Duomo, Siena«,
2002, 120 x 120 cm,
Acryl auf Leinwand, Privatbesitz
»Was die Farbenwelt betrifft, so bedeuteten Nawraths Bilder schon immer eine Herausforderung. Die meisten bedeckt ein Farbenensemble, das sich aus verschiedenen Blau- und Grautönen zusammensetzt. Mal ist das Blau von hellerem, mal von dunklerem Ton, mal kalt, mal warm. Das Grau ist manchmal das von Stahl und dann wieder weich, es kann Ausdruck der Klarheit, aber auch der Undurchsichtigkeit sein. Das alles ergibt ein einziges, spezifisches Graublau, das ich hier so nennen möchte: Nawrath-Blau. Diese Farbe prägt die meisten Gemälde Nawraths, besonders aber fällt sie bei Mosel, bei Aussichtsplattform am Meer und der Brandung vor Hafenanlagen auf. Manche niederländische Maler malten alles mit einer besonderen hellbraunen Tönung – auch den Himmel und ebenso den blütenweißen Schnee oder das Eis. So verfährt Nawrath mit seinem Blau. Wo wir uns in der Natur auch umsehen, dieser Farbe werden wir nirgends begegnen. Sie ist eine Farbe der Phantasie. Nawraths Bilder wirken realistisch und sind es keineswegs. Sie sind nicht mit den Farben der Wirklichkeit gemalt, sondern mit denen des inneren Sehens und der Vision. Wie auch der Dom von Siena.«László F. Földényi


László F. Földényi, Jahrgang 1952, ist Kunsttheoretiker, Literatur-
historiker und Essayist in Budapest. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. über Kleist, Caspar David Friedrich und die Melancholie.
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